Regelungsselbstbau 11.03.01 23:51:00 GMT
...finde ich sehr interessant, auch weil ich meine eigene witterungsgeführte
Heizungsregelung als Teenager komplett selbst entworfen und gebaut habe (mit
Ausnahme des Mischermotors). Läuft immer noch mit unübertroffener
zehntel-Grad Regelgenauigkeit (im Prinzip ein Dreipunkt-Regler mit
Proportionalregler im Totbereich, mit den üblichen Einstellmöglichkeiten für
Heizkurve, Nachtabsenkung, etc.). Was mir dazu einfällt:
1. Die Idee mit dem nicht-invasiven Eingriff in die existierende
Anlage per Außenfühlersimulator finde ich gut.
Danke !
2. Wie können Räume trotz Thermostatventil überheizen? Dadurch, dass
alleine die Sonneneinstrahlung durch Fenster stärker als die eigentlich nötige
Heizleistung ist? Die neue Zusatzregelung verhindert dies dadurch, dass sie
die Räume schon vor der Sonneneinstrahlung leicht auskühlen lässt?
Ganz verstehen tue ich das auch nicht. Tatsache ist
aber, dass unsere Räume mit südlicher Orientierung bei Sonneneinstrahlung
überheizt werden. Mögliche Ursachen sind die Restwärme in den
Heizkörpern, die ja auf jeden Fall noch abgegeben wird oder eine verzögerte
Antwort des Thermostatventils, weil dort die gestiegene Temperatur erst
später ankommt oder Undichtigkeiten
des Heizventils - besonders wenn die meisten Ventile geschlossen sind und
der Pumpdruck im System steigt.
3. In welcher Himmelsrichtung ist/war denn der Außentemperaturfühler
angebracht? Zumindest bei fensterreichem Hauptwohnbereich in Richtung Süden
ist ja Anbringung an der Südseite empfehlenswert. Vielleicht könnte das
helfen, unnötige Aufheizung vermeiden?
Hier habe ich etwas wirklich Neues gelernt : Bisher
ging ich immer davon aus, dass der Fühler an der Nordseite angebracht sein
muss, weil es in den Betriebsanleitungen so steht und weil bei allen
Heizungsinstallationen, die ich sah, es so gebaut war. Ich denke jetzt aber,
dass es wirklich Sinn macht den Fühler lieber an die Südseite zu legen, solange
das Haus insgesamt recht gut isoliert ist und keine wichtigen Wohnräume im
Norden liegen. Unser Fühler liegt auch an der
NNO-Seite.
4. Bei mir wäre 30 Grad Vorlauftemperatur nicht effektlos, sondern
normale Vorlauftemperatur beim jetzigen Wetter. Wie hoch ist den laut
Heizkurve die Vorlauftemperatur der Heizung bei Außentemperaturen von -10,
0, 10, 20 Grad?
Diese Frage kann ich nicht beantworten, da die
Vorlauftemperatur nicht mehr fest an eine Außentemperatur gekoppelt ist.
Die Heizkreisauslastung korrigiert immer die Vorlauftemperatur. Dennoch
einige Punkte : In unserem Haus finden sich Heizkörper im wesentlichen aus
senkrechten Rohren. Diese sehen zwar sehr schön aus, geben aber
offensichtlich die Wärme im Vergleich zu den kastenförmigen
Standardheizkörpern sehr schlecht ab. Mittlerweile habe ich diese Idee auch
wieder aufgegeben. Siehe dort.
5. Es ist schade, dass kein Verbrauchszähler vorhanden ist, so
lassen sich die Erfolge nicht dokumentieren, und Regelungsalternativen
lassen sich nicht einfach vergleichen. Müsste es nicht relativ einfach
sein, Betriebsdauer und momentane Leistung am Brenner abzugreifen
(insbesondere, wenn der Brenner nur einige wenige Leistungsstufen hat)? Ist
vielleicht sogar ein Anschluss dafür vorbereitet? Dann könnte man
abwechselnd eine Woche mit, eine Woche ohne Zusatzregelung fahren, die
Verbrauchswerte mit den Gradtagszahlen normieren, und vergleichen.
Früher: Ich weiß leider nicht, wie man Gradtageszahlen
normiert. Sonst denke ich könnte man einfach den wöchentlichen Verbrauch
an Gas ablesen und mit der Außentemperaturentwicklung abgleichen.
Heute: Nach Umbau meiner Steuerung zur
C-Control Advance und eines zusätzlichen Temperatursensors am Rücklauf des
Heizkreises bin ich in der Lage, die Leistung zu messen und werde genau das
oben beschriebene tun und dokumentieren.
6. Da bei neueren Bauten die Heizungsrohre ja nicht mehr in den Außenwänden
verlegt sind, und zumeist auch noch gut isoliert, bin ich mir nicht sicher,
ob ein paar Grad mehr oder weniger Vorlauftemperatur einen großen
Unterschied machen. Dürfte nicht die Raumtemperatur entscheidend sein?
Unser Brenner ist eine Gasbrennwerttherme, die
ihren höchsten Wirkungsgrad bei niedrigen Brennertemperaturen erreicht.
Höhere Temperaturen erzeugen zwangsläufig mehr Verluste, weil im Brenner
ein Wärmestau entsteht und so die Wärme z. B. durch die Isolation des
Brenners entweichen kann.
7. Wie funktioniert denn die Gewinnung des elektrischen Wertes an der
Pumpe? Mikrophon? Oder Pumpenleistung? Könnte man auch alternativ oder zusäzlich
die (gemittelte) Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur verwenden?
Frühere Version : Am Ausgleichskondensator der Heizkreispumpe lässt
sich eine Spannung abgreifen, die um so höher ist, je mehr
Heizkörperventile geschlossen sind. Sie ist allerdings sehr
Störungsanfällig und ungenau. Unsere Heizkreispumpe nimmt konstant
die gleiche Leistung auf. Ermittelt man nur die Differenz zwischen der Vor-
und Rücklauftemperatur, so kennt man die Strömungsgeschwindigkeit und
damit die effektiv eingesetzte Wärmemenge nicht.
Heutige Version : s. Details
Raumheizung
8. Beim Steuerungsmodul dürfte es sich ja fast sicher um C-Control
handeln; welche Variante des Moduls kommt denn zum Einsatz?
Früher: Ja, es ist die Unit mit 8KByte und dem
einfachen Applicationboard.
Heute: Siehe Material
und Methode.
9. Die Seite www.beitzke.de
kennen Sie sicher schon? Falls nicht: ein Muss für alle Heizungs-Mess- und Regel-Freunde!
Danke für den Tipp, den hiermit gern weitergebe !
10. Für optimale Solarnutzung ist eine gute Regelung sicher wichtig:
in der Praxis ist da sicher noch einiges unzureichend geplannt/eingebaut/geregelt/eingestellt!
Packen wir's an ! Mein Ziel ist auch die
Einstellungen soweit wie möglich zu vereinfachen.
Nachdem sonst niemand geantwortet hat, hoffe ich, genug Interesse
gezeigt zu haben, hoffentlich nicht zuviel!
Name: E. Lange
 | Eigenbauregelung 12.03.01 07:48:02 GMT
Im Moment bin ich 'erst' bei der Optimierung des Brenners und der
Vorlauftemperatur, aber gedanklich auch schon bei einer Verbesserung der
Regelung.
Gute Erfahrungen habe ich mit dem Außentemperaturfühler auf der OSO-Seite
des Hauses mit den großen Fensterflächen zur Terrasse gemacht.
Sowie der Fühler von der Sonne beschienen wird fällt die Vorlauftemperatur
deutlich ab. Infolge der Einstrahlung durch die Fenster bleibt die
Raumtemperatur konstant bzw. steigt sogar.
Da das Außenmauerwerk die Wärme nach 'Verlöschen' der Sonne speichert
wird die Vorlauftemperatur erst verzögert wieder hochgeregelt.
Interessanterweise scheint die Verzögerung mit der zus. gespeicherten
Energie in den Räumen zusammenzupassen, die Solltemperatur in den Räumen
wird nicht unterschritten.
Sowie wir uns im Haus richtig etabliert haben, der Einzug war 12/00 wirds
mit der Regelung vorangehen, entweder auf Basis C-Control oder einer einer
kleinen SIMATIC wenn ich eine günstig bekomme.
Gruß Stefan
Name: Stefan, E-Mail: Stefan.Lecheler@topmail.de
, |